Eine Quelle des Grauens (aus: Weinwelt 6/2009)

Weine aus Super- und Verbrauchermärkten und SB-Warenhäusern

von Hermann Pilz, Chefredakteur Weinwirtschaft

Auszug. Den vollständigen Artikel im Original finden Sie hier: Weinwelt 6/2009

 

WeinweltCover0906 Ganz bewusst wollen wir an dieser Stelle mal den Weinfachhandel ausklammern, der sich ja in ganz anderer Weise, oft mit viel Hingabe und persönlicher Beziehung zu Weinen, Winzern und Weingütern, dem Thema Wein widmet. Ausklammern wollen wir auch die Discounter, die mit schmalem Sortiment, vielen Eigenmarken und straff geführten Strukturen einen erklecklichen Anteil am Gesamtumsatz des Lebensmittelhandels von rund 210 Milliarden Euro gesichert haben.

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Auch vor Wein machte der SB-Handel nicht halt. Schön aufgereiht in den Regalen bieten manche Verbrauchermärkte und SB-Warenhäuser auf der grünen Wiese gigantische Sortimente von über tausend Weinen in ihren Weinabteilungen an. Einen wirklichen Überblick hat dort niemand mehr, es sei denn, es kümmern sich ein paar Mitarbeiter rund um die Uhr um nichts anderes als die Weinabteilung. Doch das ist die Ausnahme.

Im klassischen Lebensmittelhandel zählt Wein zum Trockensortiment, ganz im Gegensatz zu Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Wurst, Käse, Molkereiprodukten, Backwaren sowie Obst und Gemüse, die zu den verderblichen Frischwaren gerechnet werden. Ein Fehler, wie sich zeigt, denn Wein, vor allem Weißwein, altert schnell und die Bedingungen – permanentes Licht aus Neonröhren und hohe Temperaturen in den Verkaufsräumen – sind Gift für die empfindlichen Weinqualitäten.

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Die Fachzeitschrift WEINWIRTSCHAFT führt seit Jahrzehnten Tests der Sortimente im Lebensmittelhandel durch, mit leider oft erschreckenden Ergebnissen. Aus 23 Geschäften wurden im ersten Halbjahr 2009 rund 1 700 Weine eingekauft. Etwa jeder fünfte der als Test gekauften Weine, war ungenießbar. Die Liste der Beanstandungen ist groß und reicht von total oxidierten Weinen über Schimmel-, Schwefel- oder biologische Noten bis zu modrigen Kork-Schmeckern. Der Einkauf gerät zur Lotterie des schlechten Geschmacks. Ein E-Center in Marktheidenfeld schoss den Vogel ab. Von 71 gekauften Testweinen aus dem Preiseinstiegs- und Mittelpreissegment wurden nur knapp 40 Prozent als sensorisch “zufriedenstellend“ beurteilt. Rund ein Drittel der getesteten Weine wiesen mehr oder minder grobe Fehler auf. 14 Prozent, also jeder siebte Wein, war “grob fehlerhaft”, sprich: zum Kotzen schlecht.

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Zu lange Standzeiten über Monate und manchmal Jahre hinweg sind der Grund, warum eigentlich ganz passable Weine zu ganz ungenießbaren Tropfen verkommen. Ganz ohne Fehler ist so gut wie keine Weinkategorie und keine Weinherkunft, ob der Wein nun aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich oder Übersee stammt. Vorsicht ist in jedem Fall bei Billigofferten und Euroblends angebracht. Das sind Weine, die als “Verschnitt aus mehreren Ländern der Europäischen Gemeinschaft” angeboten werden. Dort steckt wahrhaftig das Grauen drin.

 

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Meininger-Verlages.

Den vollständigen Artikel im Original finden Sie hier: Weinwelt 6/2009

 

Gault Millau WeinGuide 2009 erschienen

Am 18.11.2008 ist die 2009er Ausgabe des Gault Millau WeinGuide Deutschland erschienen. Wiederum wurden Weingüter und Weine aus unserem Angebot durch ihre hohe Qualität mit guten Beurteilungen ausgezeichnet.

In der Pfalz verteidigte das Weingut August Ziegler aus Maikammer erfolgreich seine beiden Trauben durch die weiterhin gute Qualität auch der 2006er und 2007er Weine.

GaultMillau2009

Das Wein- und Sektgut Barth aus Hattenheim im Rheingau erhielt seine dritte Traube für seine sehr guten Leistungen. “Man kommt nicht umhin, die Fortschritte im Weingut Barth zu loben. […..] Überraschend gut gelingt Norbert Barth in den letzten Jahren selbst ein solch heikler Wein, wie der im Barrique ausgebaute Riesling, den er ‘Singularis’ nennt.” (unsere Art.-Nr. 2415) schreiben die Autoren Armin Diel und Joel Payne.

Die Rheingauer Weingüter Dr. Corvers-Kauter, Diefenhardt, J. Koegler - Hof Bechtermünz, Frhr. Langwerth von Simmern und Trenz behaupteten sich jeweils mit zwei Trauben, das Weingut Lamm-Jung mit einer Traube.

In Franken wurde das Weingut Bürgerspital zum Heiligen Geist aus Würzburg wiederum mit drei Trauben für eine sehr gute Gesamtleistung ausgezeichnet. Aus unserem Angebot erhielt der 2007er Silvaner Kabinett aus der Lage Würzburger Innere Leiste (Art.-Nr. 4114) mit 83 Punkten eine gute Bewertung.

Mit 82 Punkten erreichte der 2007er Silvaner Kabinett aus der Lage Dettelbacher Berg-Rondell des Weinguts Glaser-Himmelstoss (unsere Art.-Nr. 4016) ebenfalls eine gute Beurteilung, während das Weingut selbst sich mit zwei Trauben für seine gute Gesamtleistung zufrieden geben musste.

 

 

Hohes Lob der Weinfachwelt

Viele Weine und Weingüter aus unserem Angebot werden in der Weinfachwelt hoch gelobt: So wurde z.B. Michael Trenz, der Inhaber des Weinguts Trenz aus dem Rheingau im Gault Millau 2008 zur “Entdeckung des Jahres“ gekürt.

Gault Millau

Der Gault Millau Weinguide Deutschland erscheint jedes Jahr neu und ist neben dem “Eichelmann” ein weiteres Standardwerk für den deutschen Wein. Die Autoren Armin Diel und Joel Payne verkosten und bewerten mit ihrem Team über 6.500 Weine der mehr als 850 besten Weinerzeuger in allen 13 deutschen Weinanbaugebieten.

Im Gault Millau 2008 heißt es über Michael Trenz:
“Nach nur wenigen Jahren gelingen ihm Weine, die manchem Traditionsbetrieb zur Ehre gereichen würden. Zum Erfolg trägt die Familie bei, die mit eleganter Weinstube und Vinothek den repräsentativen Rahmen schuf. Beispielhaft!“

In unserem Angebot finden sie außerdem folgende vom Gault Millau 2008 mit zwei Trauben und damit als gut bewertete Weingüter:

  • das Weingut August Ziegler aus der Pfalz,

aus dem Rheingau

  • das Wein- und Sektgut Barth,
  • das Weingut Dr. Corvers-Kauter,
  • das Weingut Langwerth von Simmern,
  • und natürlich das bereits erwähnte Weingut Trenz.

Erstmals zwei Trauben erhielten:

  • das Diefenhardt’sche Weingut
  • das Weingut J. Koegler – Hof Bechtermünz

beide ebenfalls aus dem Rheingau.

Als zuverlässig bewertet (1 Traube) wurde das Weingut Lamm-Jung aus dem Rheingau.

Welche Weine aus den genannten Weingütern im Gault Millau besonders bewertet worden sind, erfahren Sie in unserer Weinpreisliste. Die Weine sind entsprechend gekennzeichnet und es ist die erreichte Punktzahl (von 100 möglichen Punkten) vermerkt.

Guide Hachette

In Frankreich ist der Guide Hachette “die Bibel der Weingenießer“. Der französische Weinführer arbeitet mit einer anderen Systematik. Im Vordergrund steht im Gegensatz zum Gault Millau die Bewertung einzelner Weine und nicht die Gesamtkollektion einer Domaine, bzw. eines Château. Viele unserer französischen Weine finden Sie im Guide Hachette 2008 wieder. Die Bewertung erfolgt mit Sternen in 4 Stufen. Die höchste Bewertung sind drei Sterne, die niedrigste die Erwähnung (ohne Stern), was aber immer noch eine Auszeichnung bedeutet. Auch hier haben wir die Bewertungen der Weine in die Preisliste aufgenommen.

Natürlich kann man Bewertungen in Weinführern und Weinfachzeitschriften kritisch gegenüber stehen. Beim Wein zählen letztlich nur der eigene Geschmack und die eigenen Vorlieben. Erwähnungen und Auszeichnungen können aber eine wichtige Orientierungshilfe sein. Sie geben die Gewissheit: Man kauft keinen schlechten Wein und vor allem keinen industriell produzierten Massenwein.

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